Die Answer

— 20. September 2006

Viele Schlachten gewinnt man, indem man sie gar nicht erst schlägt. Dieser Satz ist nicht nur für Militärstrategen interessant, sondern im übertragenen Sinne auch für den Normalbürger, wenn er versucht der deutschen Sprache Herr zu werden. Zum Beispiel was anderssprachige Fremdwörter und deren Artikel betrifft. Als in dieser Sache besonders problematisch erweisen sich überraschender Weise jedoch nicht griechische oder lateinische Fremdwörter, sondern es ist viel mehr die Verwendung von Anglizismen, die Probleme bereitet. Während das Englische nämlich bei Substantiven nicht zwischen verschiedenen grammatischen Geschlechtern unterscheidet, gibt es im Deutschen derer gleich drei. Verwendet man also ein englisches Wort im Deutschen, muss man ihm erstmal ein Geschlecht zuordnen. Wo im Alltag oft das Losverfahren zum Einsatz kommt, versucht der Duden Richtlinien zu setzen. Neben der Wortendung ist demnach vor allem “das Geschlecht des deutschen Übersetzungswortes oder eines sinnverwandten deutschen Wortes” interessant. Diese Regeln greifen jedoch längst nicht immer, weshalb sich der Grad der Verwirrung dummerweise direkt proportional zur rasant zunehmenden Verwendung von Anglizismen im Deutschen bewegt. In dieser Beziehung immer wieder ins Straucheln geraten auch die Verursacher des Sprachchaos, wie zum Beispiel so genannte Lifestyle-Magazine. Um trendy, hip und cool zu wirken, leihen sich diese nämlich immer neue Wörter aus dem Englischen und das gerne auch dort, wo es eigentlich gar nicht notwendig wäre. Doch während andere Redaktionen sich zumindest zeitweise mit Belanglosigkeiten wie dem Genus von in Artikeln verwendeten Substantiven zu beschäftigen scheinen, gibt die Lifestylefraktion fleißig Stylingtipps, liefert Anleitungen zum Perfect-Workout (sic) oder deckt gar Food-Lügen auf und hat deshalb für die Klärung solcher Fragen gar keine Zeit mehr. Hier möchte ich Abhilfe schaffen.

Liebe Lifestyle-Redaktionen, es folgt die Lösung des oben angesprochenen Problems, mit dem Sie in ihrem Arbeitsalltag sicher des Öfteren zu tun haben. Englischen Wörtern die korrekten Artikel zuzuordnen ist kinderleicht. Ich möchte Ihnen dies anhand dreier Fallbeispiele erläutern. Es heißt weder der, noch das Movie, weder der, noch das Workout, weder die, noch das Tabloid Paper. Richtig heißt es einzig und allein the movie, the workout und the tabloid paper. Zumindest sagt mir das hin und wieder mein Sprachgefühl. Thank you vielmals für die Aufmerksamkeit.

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