Review: Promoe – White Man’s Burden

— 30. Oktober 2006

Promoe - White Man's Burden

If love is a burger from a fastfood chain / and if love is some bling from a fat goldchain / then the blood must be freezing in my icecold vains / and what I feel for you must be that thing called hate.

Eine von mir geschriebene Rezension zu Promoe’s neuem Album “White Man’s Burden” ist auf generation-one.de zu finden.

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Ganz unten: Tag 3

— 29. Oktober 2006

“Ganz unten” ist eine Fortsetzungsgeschichte über meine Arbeit in einem Supermarkt. Zum besseren Verständnis sollte man die beiden vorhergehenden Teile gelesen haben:
Ganz unten: Tag 1
Ganz unten: Tag 2

Die Geschichte von meinem dritten Arbeitstag ist schnell erzählt. “Das Gehirn” bildet sich irrtümlich ein ich würde ihn mögen, und weicht mir deshalb nicht mehr von der Seite. Da er sich aber nun mal nach wie vor für das Gehirn der Operation hält, wird meine Arbeit dadurch nicht weniger. Einmal räume ich Erbsendosen in ein Regal. Als es bis obenhin voll ist, steht plötzlich das Gehirn vor mir und hat in jeder Hand eine Dose Erbsen. Obwohl er es eigentlich sehen müsste, gebe ich ihm zu verstehen, dass im Regal kein Platz mehr sei. Er entgegnet mir trocken: “Zwei Dosen machen das Fett auch nicht mehr weg” und starrt im Anschluss minutenlang (so kam es mir vor) auf das Regal, in der Hoffnung eine Lösung für sein selbstgeschaffenes Problem zu finden. Irgendwann gibt er auf.

Da Didi heute scheinbar Urlaub hat (oder gefeuert wurde), muss ich mir ein neues Idol suchen. Die Wahl fällt auf den türkischen Vorarbeiter von gestern – er heißt übrigens Ali Bali. Er ist übergewichtig und ich schätze ihn auf Ende dreißig. Ali ist direkt am Eingang des Markts mit etwas beschäftigt. Verirrt sich irrtümlich ein Kunde in den geschlossenen Supermarkt, findet in seinem Kopf eine Art Ausschlussverfahren statt. Ist der Kunde nicht weiblich und nicht gleichzeitig zwischen 14 und 60 Jahre alt, sagt er einfach nur: “Is’ geschlossen, gehen sie wieder.” Ist er es jedoch, sagt Ali: “Is’ geschlossen, aber sie könne bleibe, schöne Frau.” Dabei lacht er dämlich. Jetzt, wo Didi weg ist, hat Ali übrigens einen neuen Lakai. Sein Name ist Wladimir. Ich weiß nicht, ob er wirklich Wladimir heißt, oder ob Ali Bali ihn einfach nur so nennt, weil er denkt, das wäre ein guter Name für einen Russen. Aber das ist auch nicht so wichtig. Jedenfalls kontrolliert Wladimir die Steckdosen. Als ihm einmal eine Palette Wasserflaschen die Sicht versperrt, stemmt er sich, statt einen Hubwagen zu holen, mit aller Kraft dagegen und schafft es tatsächlich sie wegzuschieben. Da sagt der Türke zu mir: “Dieser Mann bewegt 600kg mit seinen Armen. Was meinst du, was der alles mit seinem Schwanz macht?”

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Wörter, die man viel zu selten hört (4)

— 27. Oktober 2006

Heute: Schmackofatz

Als Adjektiv genutzt, ist dieser Begriff ein Synonym von “lecker”. Wesentlich seltener tritt er als Substantiv auf. In diesem Fall ist ein Schmackofatz meist eine Bezeichnung für ein gutes Essen.

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Ganz unten: Tag 2

— 25. Oktober 2006

“Ganz unten” ist eine Fortsetzungsgeschichte über meine Arbeit in einem Supermarkt. Zum besseren Verständnis sollte man den vorhergenden Beitrag gelesen haben:
Ganz unten: Tag 1

Über Nacht wurde der Supermarkt komplett renoviert. Alte Regale wurden abgebaut, neue aufgebaut, die Decke wurde neu gemacht, einige Wände gestrichen und kaputte Bodenfliesen ersetzt. Wirklich schick also. Der nächste Tag an der Konservendosenfront beginnt.

Die Waren, die gestern aus den alten Regalen ausgeräumt wurden, müssen heute wieder in die neuen Regale eingeräumt werden. Eine sehr entspannte Arbeit. Ich rechne mit einem angenehmen Arbeitstag, bis hinter mir ein Pfiff ertönt. Ich drehe mich um und sehe den Einweiser mit den verfaulten Zähnen, der in einiger Entfernung steht und unbeholfen mit den Händen herumfuchtelt. Das heißt wohl so viel wie: Mitkommen, Arschloch.
Die Firma, die den Laden renoviert hat, braucht jemanden für die Drecksarbeit. Gemeinsam mit einer anderen Aushilfe und irgendeinem Typ, den ich noch nie gesehen habe soll ich die alten Regale und anderen Schrott in einen riesigen Container im Hof verfrachten. Mein neuer Arbeitskollege wird mir zwar nicht vorgestellt, aber ich denke Didi ist ein guter Name für ihn.
Die ausrangierten Regale standen die Nacht über im Freien und es regnete. Der Schmutz, der sich über die Jahre an den Regalen abgelagert hat, hat sich mit dem Regenwasser vermischt. Sobald Didi und ich ein Regalteil anheben um es in den Container zu tragen, kommt uns diese dunkelbraune Brühe entgegen.
Alle fünf Minuten schaut ein türkischer Handwerker vorbei und erklärt Didi, was als nächstes in den Container soll. Er zeigt dann immer auf ein paar Paletten. Und immer, wenn wir die erste dieser Paletten leer geräumt haben, hat Didi bereits komplett vergessen auf welche Paletten der Türke wenige Minuten zuvor auch noch gezeigt hatte. Wenn man ihn danach fragt, sagt er “Det wees ick jetz’ ooch nisch.” Dann kommt immer nochmal der Türke und zeigt, welche Paletten als nächstes in den Container sollen.
Didi ist also nicht der Cleverste. Aber dafür ist er unglaublich fleißig. Auf seiner Nase sitzt ein kobaltblaues Kassengestell. Ich mag ihn. Weniger sympathisch ist mir die andere Aushilfe, die eigentlich die Aufgabe hat uns zu helfen. Dieser Kerl hält sich scheinbar für das Gehirn dieser Operation. Er steht daneben und gibt uns Tipps, wie wir die Regalteile am besten anpacken sollen. Ohne jemals selbst eins angehoben zu haben und auch nur im entferntesten zu wissen, wie schwer die Mistdinger sind.
Unsere Mittagspause sagt der Türke kurzerhand ab und vertröstet uns auf später, weil der Container möglichst schnell voll werden müsse. Als wir jedoch fertig sind, hat er schon eine neue Aufgabe für uns in petto.
Im Laden werden die letzten Regale aufgebaut und wir sollen Paletten mit den dafür benötigten Teilen beladen. Auf extra vom Türken geschriebenen Zetteln steht die Anzahl der pro Palette benötigten Teile. Pro Teil müssen zusätzlich je zwei Halterungen aufgeladen werden. Der Türke sagt, immer die doppelte Menge. Dann testet er mich. Wenn auf dem Zettel die Zahl sieben stehe, wie viele Halterungen werden benötigt? “Vierzehn”, rechne ich ihm brav vor.
Während Didi und ich uns um die schweren Regalteile kümmern, übernimmt das Gehirn die federleichten Halterungen. Auf dem Zettel steht in Schreibschrift, dass zwölf Teile auf die Palette gehören.
“Wie viele Halterungen brauche ich da jetzt?”, denkt das Gehirn laut nach.
“Die doppelte Menge”, antworte ich.
“Ja, aber wie viel ist das?”
Ich schweige. Doch dann, urplötzlich, hat er denn rettenden Einfall.
“Ist doch egal”, sagt er, “ich nehme einfach zweimal zwölf.”

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Ganz unten: Tag 1

— 24. Oktober 2006

Bei uns am Penny-Markt hing kürzlich ein Plakat. Oben stand groß “Aushilfen gesucht!”. Darunter etwas von drei Arbeitstagen, dass der Supermarkt leer geräumt werden müsse und eine Telefonnummer. Ich brauche das Geld nicht wirklich und wenn ich es bräuchte, würde ich es mir anders verdienen, aber ich habe da angerufen. Einfach aus Interesse, wie das ist. Heute ist mein erster Arbeitstag.

Treffpunkt ist der Aufenthaltsraum für die Supermarktangestellten. An den Wänden hängen mit Rechtschreibfehlern gespickte Hinweise zur Benutzung der Kaffeemaschine sowie einige lustig gemeinte Sprüche. Auf dem Tisch liegt die Bild-Zeitung und die Spüle steht voll mit schmutzigen Kaffeetassen. Etwa sechs Interessenten sowie ein Einweiser mit verfaulten Zähnen zwängen sich in den winzigen Raum und teilen sich einen Aschenbecher, der aus den Abbildern einer nackten Frau geformt ist. Ich bin der einzige Nichtraucher. Und der einzige mit einem vernünftigen Schulabschluss – wahrscheinlich. Nachdem der Papierkram erledigt ist, – wir bekommen 5,25€ pro Stunde – geht es auch schon los.

Die Aufgabe ist, die Waren aus den Regalen möglichst platzsparend auf Euro-Paletten umzuverteilen, die Paletten mit Folie zu umwickeln und anschließend in ein extra im Hof aufgebautes Zelt zu befördern. Es ist keine anstrengende, aber eine stumpfsinnige Arbeit. Wer macht so etwas? Ich möchte fast sagen dumme Menschen. Zumindest aber faule Menschen. Alle meine Kollegen arbeiten regelmäßig in dieser Funktion. Wenn die Firma jemanden benötigt, werden sie angerufen. Ist ihr Geld knapp, sagen sie zu. Den Rest ihres jämmerlichen Daseins verbringen sie vor dem TV, im Bett oder wo auch immer sich ihnen die Gelegenheit bietet das Arschgeweih oder das Tribal-Tattoo auf dem Streichholzärmchen zur Schau zu tragen. Asi-Stempel ist nicht das passende Wort, aber das erste, das mir dazu einfällt. “Legt ma’n Zacken zu hier, ich will heute noch Mittermeier kucken”, gröhlt einer und eine Frau, etwa doppelt so alt wie ich, hält mir ihren Finger vor die Nase und sagt: “Riech ma’, da is’ was ausgelaufen.”

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Wörter, die man viel zu selten hört (3)

— 10. Oktober 2006

Heute: Nuttendiesel

Umgangssprachlich für ein billiges Parfüm.

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Wörter, die man viel zu selten hört (2)

— 5. Oktober 2006

Heute: Maurerdekolleté

Unter einem Maurerdekolleté versteht man den aufgrund einer zu tief sitzenden Hose sichtbaren Gesäßansatz eines Menschen. Namensgebend häufig tritt dieses Phänomen bei Handwerkern (Maurern) auf.

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Review: Nesti – Vier Jahreszeiten

— 4. Oktober 2006

Nesti - Vier Jahreszeiten

Wiederum auf generation-one.de findet sich eine meiner Feder entsprungene Kritik zu Nestis (von Die Firma) Solodebüt “Vier Jahreszeiten”. Zum lesen hier klicken.

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Wörter, die man viel zu selten hört (1)

— 1. Oktober 2006

Heute: Fratzengeballer

Umgangssprachlich für eine körperliche Auseinandersetzung.

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