Wer ist eigentlich Familie K.?

— 22. Februar 2007

Vor ziemlich genau einem Monat berichtete ich an dieser Stelle von den merkwürdigen Machenschaften der Familie K., die über den Kleinanzeigenteil einer kostenlosen Aschaffenburger Lokalzeitung (“Prima Sonntag“) ihre politische Meinung zu verbreiten pflegt. Zum besseren Verständnis dieses Phänomens gilt es nun die Frage zu beantworten, um wen es sich bei “Familie K.” eigentlich handeln könnte.

Das auffallendste Merkmal dieses Pseudonyms ist natürlich die Abkürzung “K.”, deren Bedeutung für den Leser unklar bleibt. Die Vermutung, das K könne für Kritik, Kapitalismus oder ähnliches stehen, scheint ziemlich aus der Luft gegriffen. Wahrscheinlicher ist, dass das Wort hinter diesem Buchstaben die Identität des oder der Verfasser eindeutig aufklärt, zum Beispiel könnte das K für einen Nachnamen stehen.

Das Wort “Familie” impliziert hingegen, dass es sich nicht etwa um ein einzelnes Individuum, sondern um eine Gruppe von Menschen handelt. Es wäre beispielsweise denkbar, dass die Anzeigen der Familie K. eine Art Lückenfüller darstellen, der von der Redaktion eingesetzt wird um die durch die unterschiedlichen Längen der einzelnen Kleinanzeigen entstehenden Lücken zu schließen. Dagegen spricht jedoch die hohe Anzahl an Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern, die eigentlich/hoffentlich in keinem Fall der Feder von Zeitungsredakteuren entspringen können. Außerdem ist es ein spezifisches Merkmal der “Prima Sonntag” jede noch so kleine Lücke im Layout mit Werbung zuzukleistern – und nicht etwa mit politischen Botschaften.

Es kommt also eher eine Gruppe von Privatpersonen in Frage. Von einer losen Gruppierung, etwa einem Stammtisch, ist ein derart intensives Engagement über eine so lange Zeit kaum zu erwarten. Dieser Umstand in Verknüpfung mit der auffallenden Häufigkeit des Themas Familienpolitik in den Anzeigen legen den Schluss nahe, dass es sich tatsächlich um eine Familie handelt und “K.”, wie oben bereits vermutet, den Nachnamen dieser Familie abkürzt. Doch kein Kind, das noch ganz bei Trost ist, würde jemals auf die Idee kommen sich Woche für Woche mit seinen Eltern hinzusetzen und gemeinsam mit ihnen derartige Kleinanzeigen zu verfassen.

Fazit: Es handelt sich bei Familie K. mutmaßlich um ein Ehepaar. Da es bereit ist für ein derartiges Hobby Zeit aufzuwenden, scheint es nicht sonderlich viel zu tun zu haben, was wiederum die Vermutung nahe legt, dass es sich um Pensionäre oder Arbeitslose handelt. Letztere verfügen jedoch in den seltensten Fällen über die notwendigen finanziellen Ressourcen, wodurch diese These als nicht haltbar erscheint. Ein vitales Interesse an den Alltagsthemen der Politik soll ja in sämtlichen Gesellschaftsschichten vorkommen (ich merke davon nichts), spricht aber meiner Meinung nach dafür, dass Familie K. dem Bildungsbürgertum entstammt.

Meine Bitte: Solltest Du also ein politisch engagiertes, halbwegs gebildetes Rentnerehepaar (auch Frührentner) aus dem Raum Aschaffenburg kennen, deren Nachname im besten Fall auch noch mit dem Buchstaben K beginnt, fragt einfach mal nach ob sie hin und wieder Anzeigen in der “Prima Sonntag” schalten.

Weitere Anzeigen der Familie K.:

Familie K - Armselig

Familie K - Problembeseitigung

Familie K - Bambinos

Familie K - Ihr Kinderlein kommet

Familie K - Werte Genossen

···

Fasching (ist für die Füße)

— 18. Februar 2007

Es fällt mir schwer meine Meinung über Fasching auszudrücken. Wenn man in der Öffentlichkeit einen Behindertenwitz erzählt, findet sich meistens jemand, der einen unterbricht und sagt: “Also das finde ich jetzt aber nicht okay!” Ähnlich geht es mir mit Fasching. Eine innere Stimme sagt mir, dass Fasching irgendwie auch nicht “okay” ist. Ich sehe das so: Wenn das deutsche Spießbürgertum eine leckere Bohnensuppe wäre, dann wäre Fasching die daraus resultierende, unvermeidliche Anreicherung von Darmgasen. Doch das deutsche Spießbürgertum ist keine leckere Bohnensuppe, das deutsche Spießbürgertum ist ein riesiges Scheißesandwich, von dem wir, die wir nunmal in diesem Land leben, früher oder später alle ein Stück abbeißen müssen. Und als wäre Scheiße nicht schon ekelhaft genug, schiebt das Schicksal uns auch noch einen fetten Popel mit unters Toastbrot, und zwar Fasching.

Ich toleriere das, bin jedoch gleichzeitig nicht bereit es zu akzeptieren. Zum Zwecke des Aufbaus einer Gegenöffentlichkeit möchte ich deshalb eine Initiative wiederbeleben, die bereits vor einigen Jahren durchs Internet geisterte und damals nicht wenige Anhänger fand:

Anti-FA

···

Review: Gauner – In Wirklichkeit Träumer

— 9. Februar 2007

Gauner - In Wirklichkeit Träumer

Halbwegs coole Musik verdient eine halbwegs coole Review. So einfach ist das.

···